Tomaten pikieren: Ein Tomatenkeimling wird vorsichtig aus der Anzuchtschale genommen
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Tomaten pikieren: Wann, wie & warum – Schritt-für-Schritt für kräftige Pflanzen

Deine Tomaten sind gekeimt, wachsen fleißig – und jetzt fragst du dich:

Muss ich Tomaten pikieren? Und wenn ja: wann und wie, ohne sie zu beschädigen?

Keine Sorge: Pikieren klingt komplizierter, als es ist.

In diesem Artikel zeige ich dir ganz entspannt und Schritt für Schritt:

  • wann der richtige Zeitpunkt ist
  • wie du Tomaten richtig pikierst
  • und wie du typische Fehler vermeidest, damit deine Pflanzen kräftig weiterwachsen

Was bedeutet „Tomaten pikieren“ überhaupt?

Pikieren bedeutet, dass du junge Tomatensämlinge vereinzelt in kleine Töpfe umsiedelst.

Konkret:

  • Aus einer Anzuchtschale (oder einem Topf mit mehreren Keimlingen)
  • werden die Jungpflanzen vorsichtig getrennt
  • und einzeln in kleine Töpfe gesetzt

👉 Ziel:
Mehr Platz für Wurzeln, weniger Konkurrenz – und damit kräftigere Pflanzen.

Das Pikieren ist ein wichtiger Schritt im Tomatenjahr. Wenn du dir einen Überblick über alle Phasen von der Aussaat bis zur Ernte wünschst, findest du ihn im kompletten Tomaten-Anbau-Guide für Anfänger.

Wann Tomaten pikieren? (Der richtige Zeitpunkt)

Wenn du den Schritt Tomaten richtig aussäen und vorziehen sauber umgesetzt hast, hast du inzwischen kräftige kleine Keimlinge bzw. Jungpflanzen und du fragst dich, wann du deine Tomaten pikieren sollst.

Das ist die wichtigste Frage – und zum Glück leicht zu beantworten.

Der perfekte Zeitpunkt zum Pikieren

Tomaten werden pikiert, sobald sie die ersten echten Laubblätter haben.

Nicht zu verwechseln mit den Keimblättern:

  • Keimblätter: rund, glatt
  • Echte Laubblätter: gezackt, „tomatig“

👉 Meist ist das 10–20 Tage nach der Keimung der Fall.

Tomatenkeimling mit Keimblättern und Tomatenpflanze mit echten Blättern im Vergleich
Keimblätter und echte Blätter bei Tomaten: An diesen Merkmalen erkennst du das Entwicklungsstadium deiner Pflanzen und weißt, wann du sie pikieren kannst.

Wie groß sollten Tomaten zum Pikieren sein?

  • ca. 5–8 cm hoch
  • stabiler Stängel
  • gut sichtbar: mindestens ein Paar echter Blätter

Zu früh oder zu spät pikieren?

  • Zu früh: Pflanze ist noch zu empfindlich
  • Zu spät: Wurzeln verheddern sich → Stress beim Trennen

➡️ Sobald du die echten Blätter siehst, ist der richtige Moment gekommen.

📌 Mini-Hinweis für Anfänger

Wenn du dir nicht merken willst, wann welcher Schritt im Tomatenjahr dran ist, hilft dir das kostenlose Starterpaket mit Zeitplan & Checklisten.

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Muss man Tomaten pikieren – oder geht es auch ohne?

Kurz gesagt:
👉 Man kann Tomaten auch ohne Pikieren großziehen – aber es ist nicht ideal.

Vorteile des Pikierens

  • kräftigeres Wurzelwerk
  • stabilerer Stängel
  • weniger Konkurrenz um Licht & Nährstoffe
  • gesündere Pflanzen insgesamt

Was passiert, wenn man Tomaten nicht pikiert?

  • Pflanzen bleiben oft dünn
  • wachsen langsamer
  • sind später anfälliger

👉 Gerade für Anfänger empfehle ich das Pikieren klar.
Es ist ein kleiner Aufwand mit großem Effekt.

Tomaten richtig pikieren – Schritt für Schritt

Jetzt kommt der praktische Teil.
Nimm dir Zeit – Hektik ist der größte Fehler beim Pikieren.

Schritt 1: Vorbereitung

Du brauchst:

  • kleine Töpfe (ca. 8–10 cm Durchmesser)
  • lockere Erde (z. B. Anzuchterde oder leicht vorgedüngte Pflanzerde)
  • Wasser
  • Pikierstab, Gabel, Löffel oder Bleistift

Schritt 2: Erde vorbereiten

  • Töpfe mit Erde füllen
  • leicht andrücken
  • Loch in die Mitte drücken

Schritt 3: Sämlinge vorsichtig lösen

Die Keimlinge müssen vorsichtig voneinander getrennt werden:

  • Erde vorher leicht anfeuchten
  • Pflanze immer an den Blättern, nicht am Stängel anfassen
  • langsam herausheben
  • ggf. mit Hilfsmittel unterstützen (z.B. Gabel)

Schritt 4: Wie tief Tomaten pikieren?

👉 Tiefer als zuvor!

  • Stängel darf ruhig mit eingegraben werden
  • Tomaten bilden dort zusätzliche Wurzeln
  • Keimblätter können knapp über der Erde bleiben

Schritt 5: Angießen

  • vorsichtig angießen
  • nicht „ersäufen“
  • Erde nur leicht feucht halten
Tomaten pikieren Schritt für Schritt von der Anzuchtschale in den Topf
Tomaten pikieren Schritt für Schritt: So setzt du Keimlinge richtig aus der Anzuchtschale in einzelne Töpfe.

Tomaten pikieren als Video ansehen

Manche Handgriffe lassen sich leichter nachvollziehen, wenn man sie einmal sieht.
Eine kurze Video-Anleitung zum Tomaten pikieren werde ich hier ergänzen, sobald sie verfügbar ist. Bis dahin findest du oben die komplette Schritt-für-Schritt-Erklärung.

Welche Erde eignet sich zum Tomaten pikieren?

Gute Optionen:

  • Anzuchterde
  • Gemüseerde (nicht zu stark gedüngt)
  • leichte Pflanzerde

Nicht ideal:

  • schwere, sehr nährstoffreiche Blumenerde
  • reine Komposterde

👉 Faustregel: lieber zu wenig Nährstoffe als zu viele.

Häufige Fehler beim Tomaten pikieren (und wie du sie vermeidest)

Diese Probleme treten sehr häufig auf – und sind meist harmlos.

❌ Tomaten hängen nach dem Pikieren schlapp

→ normaler Umpflanz-Stress

✔ nach 1–2 Tagen erholen sie sich

❌ Tomaten wachsen nach dem Pikieren nicht weiter

→ oft zu kalt oder zu nass

✔ heller Standort, moderat gießen

❌ Gelbe Blätter nach dem Pikieren

→ meist Nährstoffmangel oder Staunässe

✔ Geduld – noch nicht düngen

❌ Pflanzen gehen ein

→ meist:
  • zu grobes Herausziehen
  • Stängel verletzt
  • Erde dauerhaft nass

👉 Ruhig arbeiten ist wichtiger als Perfektion.

Was passiert nach dem Pikieren?

Standort

  • hell
  • keine direkte pralle Sonne
  • keine Zugluft

Temperatur

  • tagsüber ca. 18–20 °C
  • nachts etwas kühler → kräftiger Wuchs

Gießen

  • sparsam
  • Erde leicht feucht halten

Düngen?

👉 Noch nicht!
Frühestens 1–2 Wochen nach dem Pikieren, wenn die Pflanze sichtbar weiterwächst.

Und danach?

Wenn deine Tomatenpflanzen nach dem Pikieren gut angewachsen sind, werden Sie schnell und kräftig weiter wachsen. Sobald es die Temperaturen zulassen folgt anschließend das wichtige Abhärten an die Freiluft-Bedingungen. Im Artikel Tomaten abhärten lernst du alles Wichtige hierzu.

Pikieren oder Umtopfen – wo ist der Unterschied?

Das wird oft verwechselt:

  • Pikieren: Vereinzeln der Sämlinge
  • Umtopfen: späterer Wechsel in größere Töpfe

👉 Nach dem Pikieren folgt später das Umtopfen in größere Töpfe, bevor die Tomaten ins Freiland oder auf den Balkon kommen. Alles Wichtige zum Tomaten umtopfen in größere Kübel erfährst du in meinem Artikel Tomaten umtopfen – wann, wie & welcher Topf wirklich passt.

FAQ – kurz & knapp beantwortet

Sobald die ersten echten Laubblätter da sind.

Nicht zwingend, aber sehr empfehlenswert.

Deutlich tiefer – der Stängel darf eingegraben werden.

Ca. 8–10 cm Durchmesser.

Kann man machen – ist aber kein Muss.

Kurz zusammengefasst

Nun weißt du – Tomaten Pikieren ist ein immens wichtiger Schritt. Die wichtigsten Punkte:

  • Pikieren stärkt Tomatenpflanzen deutlich
  • Richtiger Zeitpunkt: echte Laubblätter
  • Ruhig arbeiten, nicht hasten
  • Nach dem Pikieren: hell, kühl, wenig Wasser

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